Frei von überladener, konservativ- üppiger Optik der Gründerzeitarchitektur gestaltete der Autodidakt Endell die Fassaden des ersten Hofes, die beiden Festsäle im Quergebäude (heute Varieté bzw. Filmtheater) nebst den dazugehörigen Treppenhäusern, den Kleinen Festsaal im Parterre des rechten Seitenflügels, das Weinrestaurant im Entreé und im linken Seitenflügel (heute Restaurant Hackescher Hof) sowie das Restaurant im Quergebäude (heute Lounge-Café Oxymoron) des ersten Hofes im Jugendstil. Die spezielle Formdynamik im Einklang mit akzentuierter Farbgestaltung selbst kleinster Details verlieh dem Ort nun die architektonische Kulisse für Tanz, Konzerte, Lesungen und Feiern.

1906 Hof I, Fassade Ost
1906 Unterer Festsaal, Detail
 
Mitte: 1906, Weinrestaurant
Wenn man, von der Rosenthaler Straße kommend, den ersten Hof betritt, wird der erste Eindruck durch die verschiedenfarbig glasierte Backsteine bestimmt, deren in rhythmisch-wellenförmigen Muster die Kubatur optisch aufbrechen, Plastizität und Bewegung simulieren und so den ersten Hof zu einem einzigartigen Raumerlebnis machen. Hier hat der Designer August Endell sein Credo von der Stadt als Landschaft architektonisch inszeniert. 1908, kurz nach Fertigstellung der Hackeschen Höfe, erschien seine philosophische Schrift »Die Schönheit der Grossen Stadt«, in der Endell seine Interpretation moderner Urbanität formulierte. Hier plädiert Endell für eine Architektur, die sich am lebendigen, bewegten Raum orientiert:
»Wer an Architektur denkt, versteht darunter zunächst immer die Bauglieder, die Fassaden, die Säulen, die Ornamente. Und doch kommt alles nur in zweiter Linie. Das Wirksamste ist nicht die Form, sondern ihre Umkehrung, der Raum, das Leere, das sich rhythmisch zwischen den Mauern ausbreitet, von ihnen begrenzt wird, aber dessen Lebendigkeit wichtiger ist als die Mauer.«

1906 Weinrestaurant, Detail
1906 Hof I, Fassade West