Durch eine hochwertige Gestaltung sollte dem Objekt auch ein eigener, repräsentativer Charakter verliehen werden. Mit dem Bau des größten Gewerbe- und Hofkomplexes seiner Art stand das Projekt »Hackesche Höfe« von Beginn an im Wettbewerb mit vielen anderen Standorten, die im wirtschaftlich prosperierenden Berlin der Gründerzeit errichtet wurden. Als Firmensitz waren die Hackeschen Höfe in erster Linie durch ihre Lage am Zugang zur Spandauer Vorstadt interessant. Doch auch die Ausstattung mit Zentralheizung und eigener Lichtmaschine entsprach den technischen Ansprüchen von produzierenden und dienstleistenden Unternehmen dieser Zeit. Die Wohnungen boten durch die architektonische Integration von Badezimmern, Innentoiletten, Parkettböden und Stuckdecken einen gehobenen Komfort, der für das damalige Kleinbürgertum bezahlbar war.

Höchstwahrscheinlich war es Kurt Berndt selbst, der den Jugendstildesigner und Architekten August Endell beauftragte, Festsäle, Treppenhäuser und nicht zuletzt die Fassade des ersten Hofes zu gestalten. Da Endells Auftrag sich weder auf die architektonische Gestaltung der Geschäftshausfassade an der Rosenthaler Straße als »Aushängeschild« der Hackeschen Höfe noch auf eine durchgehende Gestaltung der acht Wohn- und Geschäftshöfe bezog, ist Endell nicht als Architekt der Hackeschen Höfe anzusehen, wie mitunter fälschlich behauptet wird, sondern vor allem als Designer des ersten Hofes. Hierbei ging es den Investoren um Werbung für die dort gelegenen Vergnügungsetablissements wie die Neumannschen Festsäle und das Weinrestaurant im Erdgeschoss des ersten Hofes. Auch wenn Endell nicht für die architektonische Gesamtanlage verantwortlich zeichnete, prägt doch seine originäre Handschrift das Image der Höfe bis heute maßgeblich und hebt die Hackeschen Höfe aus der Vielzahl der für die Gründerzeit typischen Hofanlagen Berlins heraus.
Rechts: 1910 Blick vom Hackeschen Markt in die Rosenthaler Straße