Bauherr und Visionär

Die Gesamtplanung der auf 9.200 Quadratmetern Grundfläche errichteten Hackeschen Höfe lag bei der Kurt-Berndt-Baugesellschaft mbH. Das 1887 gegründete Bauunternehmen beschäftigte je nach Marktlage etwa 250–400 Arbeiter und verschaffte sich Anfang des 20. Jahrhunderts sein Renommee mit repräsentativen Projekten wie den Terrassen am Halensee und dem Bau des Römischen Hofes, Unter den Linden 10. Die Aufgabenstellung zum Bau der Hackeschen Höfe gestaltete sich vergleichsweise komplexer. Neben der optimalen Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Baugrundstücks galt es, ein strukturiertes Nebeneinander von Gewerbe und Wohnmietflächen nach modernen Standards zu konzipieren. Die konzeptionelle Mischung aus Wohn-, Gewerbe- und Handelsflächen folgte der kaufmännischen Überlegung der Mischkalkulation, also der Risikoabfederung durch Verteilung auf mehrere wirtschaftliche Standbeine.



So entstanden ab 1905 zwischen einem repräsentativen Geschäftshaus an der Rosenthaler Straße sowie einem Geschäftshaus in der Sophienstraße acht Höfe, gebildet aus Gewerbe- und Wohngebäuden. Mit rund 16.000 Quadratmetern Gewerbefläche und ca. 80 Zwei- bis Fünf-Zimmerwohnungen auf weiteren 8.000 Quadratmetern entstand der bis heute größte Wohn- und Gewerbekomplex seiner Art in Deutschland. 
1910 Kurt Berndt