Im 19. Jahrhundert war die Einwohnerzahl im Scheunenviertel derart angewachsen, dass die beengten Wohnverhältnisse zu sozialen Problemen führten. Die städtische Verdichtung hatte auch mit der Entwicklung der Schwerindustrie in der benachbarten Oranienburger Vorstadt zu tun. August Borsig, einer der Gründerväter der industriellen Revolution in Deutschland, ließ hier Lokomotiven produzieren. 
In anderen Teilen der Spandauer Vorstadt entwickelte sich ein bürgerliches, vorwiegend jüdisch geprägtes Milieu. Hier siedelten sich jüdische Zuwanderer aus den damaligen deutschen Ostgebieten an. Mit der Errichtung der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße im Jahr 1866 etablierte sich das Viertel zum Zentrum der Berliner Jüdischen Gemeinde.
Ende des 19. Jahrhunderts war der Hackesche Markt lediglich ein gepflasterter Platz, auf dem Fisch und Gemüse verkauft wurde. Aber der Marktplatz hatte Strahlkraft, prägte seine Umgebung und führte zu einer Neubebauung des Umfelds mit Wohnbauten und kleinen Fabrikationen. Folgerichtig eröffnete hier ein viergeschossiges Warenhaus, gefolgt vom Kaufhaus Wertheim an der Rosenthaler Straße Ecke Sophienstraße. Hier wurde Einkaufen als Erlebnis völlig neu interpretiert. In Folge dieses Booms um den Hackeschen Markt ließen die Besitzer der Häuser Rosenthaler Straße 40/41 und der Sophienstraße 6, diese im Jahre 1905 abreißen, um durch den Bauunternehmer Kurt Berndt einen repräsentativen Neubau am Hackeschen Markt errichten zu lassen – die Geburtsstunde der Hackeschen Höfe. 

Heute ist die  Spandauer Vorstadt – auch durch die behutsame Sanierung von 1994 -2008 im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost – kein musealer sondern ein sehr lebendiger Ort, in dem gelebt und gearbeitet wird. Neu entstandene Grünflächen und Kinderbetreuungseinrichtungen machen das Quartier auch für Familien attraktiv. Modernisierung und steigende Mieten führten auch zur teilweisen Verdrängung der ursprünglichen Bevölkerung. Insgesamt wuchs die Einwohnerzahl seit dem Fall der Mauer um ca. 20%, was die Beliebtheit der Spandauer Vorstadt als innerstädtisches Wohnquartier widerspiegelt.

Neben den Hackeschen Höfen prägen weitere Sehenswürdigkeiten wie die Sophienkirche, das ehemalige Postfuhramt, das St. Hedwig-Krankenhaus, die Neue Synagoge und das Tacheles das Gesicht der Spandauer Vorstadt. Die hiesigen Galerien, die historischen Gewerbehöfe und nicht zuletzt die attraktiven Einkaufsangebote, Cafés und Restaurants machen das unverwechselbare Flair dieses originären Berliner Stadtteils aus, der viele Berliner und Berlinbesucher magisch anzieht.