Kunst und Kommerz

Im Zuge der Sanierung Mitte der 90er Jahre erlebten die Höfe eine Renaissance ihres ursprünglichen Konzeptes der Mischnutzung durch Kunst, Kultur, Wohnen, Gewerbe und Gastronomie.

Das Chamäleon Theater, seit Beginn der 90er Jahre in den Hackeschen Höfen,  präsentiert innovative Entertainmentformate mit hochkarätigen Artisten aus aller Welt und international renommierten Regisseuren. Mit seinem einzigartigen Programmkonzept genießt das Chamäleon eine Vorreiterrolle in der deutschen Theater- und Varietészene. Das Hackesche Höfe Kino – ganz in der Tradition der Hackeschen Höfe – hat sich einen Namen als Autoren- und Programmkino gemacht.

Hatte die Fashion-Show »extract« 1994 im Saal des Varieté Chamäleon die Entwicklung der Spandauer Vorstadt als Modestandort vorweggenommen, führte dies auch zur Ansiedlung von Modedesignern und ihren Ateliers in den Hackeschen Höfen. Hinzu kamen sehr bald Kreative, Galerien, Kunsthandwerker, Fotografen, Werbeagenturen – angezogen vom Flair dieses, in neuem Glanz strahlenden, städtebaulichen Juwels. Im Jahr 2006 feierten die Hackeschen Höfe ihr 100jähriges Bestehen und die Gewerbe- und Wohnmieter öffneten ihre Türen. Nahezu 30.000 Besucher strömten in die Höfe, um hinter den Kulissen Unbekanntes zu entdecken.
Im Schlepptau der Künstler und der Aufwertung der Hackeschen Höfe – sowie des gesamten Umfeldes zum Kult-Ort – folgte der Kommerz. Die heutige Dichte an flagship stores internationaler Modelabel in den umliegenden Straßen ist ein Indiz für die Attraktivität des Ortes. Den ursprünglichen Impuls für diese Entwicklung gab die Wiederentdeckung und Revitalisierung der Hackeschen Höfe, die bis heute der kulturelle Ankerpunkt des Quartiers geblieben sind. 

Das neue Mischnutzungskonzept sah für Kulturanbieter und produzierendes Gewerbe moderate Mietsteigerungen vor. Trotz des wirtschaftlichen Drucks bemüht sich das Management der Höfe bis heute erfolgreich darum, eine interessante und anspruchvolle Mietermischung anzubieten. So sind die Läden grundsätzlich inhabergeführt, gestalten und produzieren ihre Angebote selbst und bieten eine überdurchschnittliche Qualität an. In den Sortimenten befinden sich auch immer Produkte zu kleinen Preisen. Die im Sommer zahlreich durch die Höfe strömenden Touristen sind insbesondere für die Modeanbieter eine Herausforderung. Die Flaneure schauen gern, das Preisniveau passt sich den Gegebenheiten an. So wird sich die Struktur der Gewerbemieter immer wieder verändern. Wie überall in Berlin ist auch hier vieles in Bewegung. Veränderung und Kontinuität bedingen einander. In den Hackeschen Höfen gehört beides zusammen, wie die Geschichte dieses Ortes eindrucksvoll belegt.