Wohnen Backstage

Abgesehen vom gesamten 1. und teilweise 2. Hof sowie den Gewerbeflächen im Parterre waren die Hackeschen Höfe seit ihrer Erbauung immer auch ein Wohnort. Dieses Nebeneinander von Gewerbe und Wohnen war von Beginn an Teil des Konzepts, pflegten doch Gewerbetreibende zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahe ihrer Geschäfte zu wohnen bzw. diese sogar vom Herrenzimmer aus zu betreiben.

Heute gibt es in den Höfen ca. 80 Bestandswohnungen. Im Rahmen der Sanierung in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen durch den Ausbau der Dachgeschosse noch 23 Dachgeschosswohnungen dazu. Durch den Baumbestand des westlich anschließenden alten jüdischen Friedhofs sowie des Kirchhofs der benachbarten Sophienkirche gibt es hier sogar ausgesprochen idyllische Wohnlagen. Kaum zu glauben, wenn man von der pulsierenden Rosenthaler Straße kommend die Höfe betritt.



In der Beschilderung sind die Aufgänge zu den Wohnungen durch die Kennzeichnung mit Buchstaben zu erkennen, während die Aufgänge zu den Büro- und Gewerbeflächen nach arabischen Zahlen sortiert und die Höfe selbst mit lateinischen Zahlen durchnummeriert sind.
Um den nötigen Schutz der Privatsphäre der Wohnmieter zu gewährleisten, gibt es einige besondere Regeln. So sind die Hackeschen Höfe zwar tagsüber für den öffentlichen Besucherverkehr komplett begehbar, ab 22.00 Uhr werden sie jedoch am Hofzugang in der Sophienstraße und in den Durchgängen zu Hof 3 und 4 abgeschlossen.

Der Autoverkehr – für den hier ohnehin nur Schrittgeschwindigkeit gilt – ist, abgesehen von Anliegerausnahmen, in den Höfen untersagt. Dies reduziert den Lärmpegel erheblich. Um diese, aber auch weitere Belange, zu formulieren, haben die Mieter im Jahr 1993 den Verein »Wohnen in den Hackeschen Höfen e.V.« gegründet, dem heute viele Mietparteien angeschlossen sind. Dieser organisiert auch ein jährlich stattfindendes Hoffest, bei dem die Wohnmieter Gelegenheit haben, zusammenzukommen und ihre Gemeinschaft zu pflegen.